Fägfüür auf Noseland

F Ä G F Ü Ü R UF NOSELAND/ 7.DEZEMBER 2019 /16.00 UHR

Inspiriert von Purgatorium in Dantes Divina Commedia verwandeln wir Noseland in den Hain tiefschürfender Läuterung.

Adrian Hossli, Werner Schmid und Hans Emmenegger installieren ihre Performance ‚Fägfüür‘ und brauchen möglichst viel Publikum als Akteure:

Alle Anwesenden sind unabdingbare Akteure der Performance! Alle Akteure erhalten einzeln oder in Gruppen ein Aktionsset.

Das Aktionsset besteht aus:

Büsserhemd

Standfahne

Feuerschale

Holzbündel, Zündwolle, Feuerzeug Holzkohle

Heuballen

Brot und Opferfleisch (Cevelat/Bratwurst) Fleischspiess

Weihwasser (Wein, Bier etc.)

Die Akteure verteilen sich würdevollen Schrittes unregelmässig über die ganze Fläche von Noseland und beginnen an individuell gewählten Standorten mit dem Läuterungsritual: Die Feuerschale wird installiert. Die Standfahne daneben aufgerichtet. Das Holz wird entzündet, Holzkohle nachgelegt. Das Opferfleisch wird gebraten und mit Brot verzehrt. Das Weihwasser wird nach Belieben eingenommen.

Ab und zu wird mit dem Heu ein Rauchopfer dargebracht.

Wenn das Läuterungsritual abgeschlossen ist, packen die Akteuer das restliche Material zusammen und kehren zum Ausgangsort zurück.

Wer das Läuterungsritual vollständig und mit Andacht vollzieht, kommt in den einmaligen Genuss eines vollkommenen Ablasses.

Bei kalter und schlechter Witterung Regenschirm, Windjacke, Stiefel mitbringen

Ausführlicher Text:

F Ä G F Ü Ü R UF NOSELAND/7.DEZEMBER 2019 /16.00 UHR

Inspiriert von Purgatorium in Dantes Divina Commedia verwandeln wir Noseland in den Hain tiefschürfender Läuterung, Abkehr von Acedia, der Trägheit auch Lauheit, der Hauptsünde, aus der alle andern Sünden hervorgehen.
Acedia ist eine Art Gleichgültigkeit, eine innere Passivität, ohne Sorge, ohne Fürsorge. Anstelle von Acedia tritt auch Tristitia und bedeutet, dass man sich von seinen Aufgaben abwendet, dass man die schwere Arbeit, zu der man verpflichtet ist, nicht leistet.

Petrarca (14. Jh.) gibt Acedia eine ganz eigene Bedeutung, die für uns im 21. Jh. sehr aktuell erscheint. Er sieht darin eine Melancholie, eine Krankheit der Seele, eine Depression, eine Abneigung gegen jegliche Aktivität als Merkmal dieser Stimmung.

Der allgemeine Hang zu irdischen Gelüsten führt unausweichlich zu weiteren Lastern und Sünden, die da heissen: Avaritia (Habsucht), Gula (Völlerei, Fressgier) und Luxuria (Wollust).

In Dantes Divina Commedia werden die Hauptsünden anschaulich geschildert, indem die Busse immaginiert wird. Die Busse dauert solange, bis die Seele ganz von Schuld und vom Übel befreit und gereinigt ist. Erst dann erlangt sie Flügel, die sie in das himmlische Paradies tragen.

Der Stolz wird in der untersten Schicht des Läuterungsberges abgebüsst und steht ganz im Zeichen der Demut.
Der Neid wird in der zweiten Schicht abgelegt.
In der dritten Schicht, wo die „Zornigen“ büssen, gerät Dante in Extase und hat Visionen von Sanftmut, wobei schwarze Wolken aufsteigen, die sich als schwarzer Rauch offenbaren.

In der vierten Schicht müssen die „Trägen“ fortwährend in grosser Eile um den Berg der Läuterung rennen.
In der fünften Schicht liegen die „Habsüchtigen“ ununterbrochen am Boden mit dem Gesicht nach unten gewandt.
Die „Fressgierigen“ laufen in der sechten Schicht hungernd und abgemagert herum.
Beim Ersteigen der siebenten Schicht dringt versengendes Feuer aus der Felswand. Dort verweilen die Seelen, indem sie eine Hymne singen. Sie werden in den Flammen geläutert und singen von Keuschheit und Unkeuschheit. Da wird die Luxuria (Wollust) getilgt.

Thomas von Aquin sieht in der Vernunft den Kern der Tugend.
Rudolf Steiner sucht in seiner „Theosophie“ das dynamische Verhältnis zwischen Sympathie und Antipathie in der Seele als Leitmotiv der Reinigung derselben. Diese Läuterung muss nach jedem Tod durchgestanden werden. Nur der Geistesschüler sucht sie bereits im irdischen Leben.

Die göttliche Kommödie, Dantes allegorische Dichtung ist etwa zwischen 1307 und 1321 entstanden und schildert die Wanderung seiner sündenbeladenen Seele zum ewigen Heil. Sie führt ihn durch die drei Bereiche des Jenseits: Inferno (die Hölle), Purgatorio (das Fege- feuer oder der Läuterunsberg) und Paradiso (das Paradies oder der Himmel).

Die drei Reiche bevölkert er mit Gestalten aus dem Altertum, der antiken Mytologie, dem mittelalterlichen Sagenkreis, dem Alten und dem Neuen Testament und auch der ihn betreffenden Zeitgeschichte.
Vergil führt Dante durch das Fegefeuer und auch durch das Paradies. Das Fegefeuer ist eine Welt der Melancholie. Dante sieht immer klarer, auch eine Welt der Poesie, der Gebete und der Meditation öffnet sich ihm. Im Paradies trifft er Beatrice. Das Reich der befreiten Seele erschliesst sich ihm, ein Reich, in dem es sehr still, sehr hell und weiss ist. So erreicht der Dichter das Ziel seiner Reise.

Performance

Alle Anwesenden sind unabdingbare Akteure der Performance! Alle Akteure erhalten einzeln oder in Gruppen ein Aktionsset.

Das Aktionsset besteht aus:

Büsserhemd
Standfahne
Feuerschale
Holzbündel, Zündwolle, Feuerzeug Holzkohle

Heuballen
Brot und Opferfleisch (Cevelat/Bratwurst) Fleischspiess
Weihwasser (Wein, Bier etc.)

Die Akteure verteilen sich würdevollen Schrittes unregelmässig über die ganze Fläche von Noseland und beginnen an individuell gewählten Standorten mit dem Läuterungsritual: Die Feuerschale wird installiert. Die Standfahne daneben aufgerichtet. Das Holz wird entzündet, Holzkohle nachgelegt. Das Opferfleisch wird gebraten und mit Brot verzehrt. Das Weihwasser wird nach Belieben eingenommen.

Ab und zu wird mit dem Heu ein Rauchopfer dargebracht.
Wenn das Läuterungsritual abgeschlossen ist, packen die Akteuer das restliche Material zusammen und kehren zum Ausgangsort zurück.

Wer das Läuterungsritual vollständig und mit Andacht vollzieht, kommt in den einmaligen Genuss eines vollkommenen Ablasses.

Bei kalter und schlechter Witterung Regenschirm, Windjacke, Stiefel mitbringen

Die Initianten dieser installativen Performance:

Hans Emmenegger Adrian Hossli Werner Schmid

stellen sich nachträglich zur Vertiefung der Kunstaktion dem Publikum. Wolhusen, Giswil, Geuensee im Oktober 2019

Bilder 2017

Andreas Dietsch/Utopie und Realität – Cho Linska & Bruno Schlatter

Performancefestival FWD>> – Stadtmarsch Opus I – Beat Unternährer & König Bruno – Foto Rob Nienburg

K & H – Stipendium – The Sound of the City

Landart – Brache(R)jahr – Daniel Bracher

Wieso man auf Noseland nicht weiss, woher die Sonne kommt

Aktuell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29.09. 19 Uhr Vernissage Surytal – Insieme

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine typische Temporäre Noseländische Exklave ist diese Kunstausstellung, weil Bruno Schlatter alias König Bruno der Erste und Letzte von Noseland und Nicole Schwarz zwei weitere Kunstschaffende aus ihrem jeweiligen Umfeld einluden: Marianne Engel und Stefan Bucher-Twerenbold. 
Die Ausstellung findet in der Schüür in Biberstein statt, wo Nicole Schwarz wohnt und arbeitet. Das verwinkelte Haus und seine charmanten Aussenplätze bieten verschiedenste Ausstellungsflächen.

Marianne Engels filigrane Objekte aus Naturprodukten passen ausgezeichnet zur Thematik des Gesamtkunstwerkes Noseland, sie bedient sich natürlicher Formen und inszeniert neue Künstlichkeit. Engels in spärliches Licht getauchten Arbeiten begegnen Stefan Bucher-Twerenbolds skurrilen Altmetall-Figuren in den Gärten an der Kirchbergstrasse 24 in Biberstein. Buchers Figuren strotzen vor starker Farben.
Nicole Schwarz zeigt neue Tusche-Arbeiten, die durch ihre einfache Bildsprache an Kalligrafien erinnern. Entstanden sind sie im Laufe der letzten Jahre und bezaubern durch ihre Leichtigkeit der Formen und Strukturen.
Bruno Schlatter präsentiert Noseland -skurrile Staatskunst- in Film und Performance.

Die Ausstellung wird jeden Tag durch musikalische Häppchen bereichert: 
An der Vernissage zeigt Arem eine seiner Sample-Performance und legt anschliessend auf.
Am Samstag bringt Lokalmatador Newestage verspielt-schrägen Elektro-Pop auf die Bühne. Legt anschliessend auch auf!
Am Sonntagnachmittag beehrt uns The Rösch (bekannt von Mattermania, Trittonettli und Troubadix) mit neuen Mundartsongs im Gepäck – freudvoll kritische Texte eigenwillig umgesetzt.

Marianne Engel: http://www.marengel.ch/
Stefan Bucher-Twerenbold: http://stefanbucher-twerenbold.ch/
Noseland: http://noseland.ch/
Arem: https://mx3.ch/arem 
Newestage: http://www.newestage.ch/
Ivo E. Roesch: https://trionettli.ch/index06.html

Freitag 4. Mai: 18 – 22 Uhr, Arem 19 Uhr
Samstag 5. Mai: 16 – 22 Uh, Newestage 18 Uhr
Sonntag 6. Mai: 13 – 17 Uhr, The Rösch 14 Uhr

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Zu den Youtubevideos

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Bilder 2016

Luftschloss – Claudia Waldner

König in Zürich – Foto Kat08

Ein Fall für Hunkeler – Kurt F. Hunkeler

Echtzeitvermessung – Marc Lee

Orientierungslauf – Markus Schlatter – Foto Kat08

Performancefestival FWD>> – Adrian Hossli, Werner Schmid & König Bruno

Building New Aarau

Megacity – Vittorio Misticoni

Vorabend – Der Ausserirdische Bernd Brecht

Bilder aus den letzten Jahren

König im Tirol

Bienenvölkerausstellung

How to make your own state? – Multinationaler Skype-Workshop – Cabaret Voltaire

It’s all about Reality – GéraldineTizian

Überleben – Martin Gut

Erster Visaantrag

Wenn die Wolken kommen – Klaus Büsen & Bruno Schlatter

Die Veramstalter 2012

1. Vermessungsausstellung – Wojtek Kielar

1. Performancefestival mit FWD>>

K & H – Stipendium 2015 – Sibylle Ettengruber

1. Wahlplakatausstellung

Polynation

Brainchild – Les Ovaries

Luftaufnahme – Landart Dominik Lipp & Olver Ziltener plus Oliver Kreienbühl

Vermessungsgerät – Kurt F. Hunkeler

Noseland on the Road – Foto Dominik Lipp/Thailand

König auf dem Heldenplatz

Linkliste zu Blogs über Noseland

Das Jahr der Brache

Das Vermessungsjahr

‚Building New Aarau‘

Vermessungsjahr auf Noseland

Schlatter unterwegs – Mikronationen & Utopien – Gastblog bei KulturTV/Roger Levy

Noseland – KulturTV/Roger Levy

 

Wie die Wolken kommen

Klaus Büsen kam, schaute und renovierte